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Nachbericht Games Convention Asia
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Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die Games Convention zu einer der weltgrößten Veranstaltungen rund um Spiele. Nun suchte die Leipziger Messe eine neue Herausforderung. Gemeinsam mit einem Partner vor Ort wurde im September 2007 erstmals die GC Asia ausgetragen. 10.000 Kilometer entfernt – in Singapur.
Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr. Im asia-pazifischen Raum, der Länder wie China, Japan und Australien einschließt, werden vierzig Prozent der weltweiten Spieleumsätze getätigt. Vor allem im Schaffen von Inhalten für Handys sind uns Asiaten um einige Jahre voraus. Und doch sind viele Publisher und Entwickler aus Fernost hierzulande unbekannt. Nur ein Bruchteil ihrer Spiele gelangt nach Europa.





Der kleine Stadtstaat Singapur gilt als Bindeglied zwischen Ost und West und gleichzeitig als “neutral” genug, um Fachbesucher aus China und Japan gleichermaßen anzuziehen. Hinzu kommt, daß Singapur weltweiter Vorreiter in der Internetnutzung ist: Derzeit werden alle Haushalte an ein Breitband-Netz angeschlossen, das mit 1 GBit rund hundertmal so schnell wie ist wie typische DSL-Anschlüsse in Deutschland. Gleichzeitig entsteht ein flächendeckendes, drahtloses Netz, mit dem von jeder Stelle Singapurs aus künftig kostenlos gesurft werden kann. Auch andere asiatische Länder wie China oder Japan sind bei der Zahl der DSL-Anschlüsse führend. Das macht sich bei den Spielevorlieben bemerkbar: Onlinespiele haben in Fernost einen größeren Stellenwert als hier. Freilich gibt es bereits Spielemessen in Asien, an erster Stelle die Tokyo Game Show. Doch alle bisherigen Veranstaltungen decken eher nationale Interessen ab und richten sich vor allem an Endkunden.
Im Vergleich zur Leipziger Games Convention war die Singapur-Tochter überschaubar. Achtzig Aussteller verteilten sich auf zwei Hallen. Neben hierzulande bekannten Marken wie Sony, Nintendo und Electronic Arts nutzte vor allem der thailändische Publisher Asiasoft die Ausstellung, um Spiele wie das kommende “Ragnarok 2” zu zeigen.








70.000 Besucher durchstöberten an den vier Messetagen die Hallen. Das ist etwas weniger als bei der ersten Leipziger Games Convention vor sechs Jahren. Sie würden eher für ein lokales Ereignis sprechen, wären da nicht zwei Zusätze, die bereits der Muttermesse zur Internationalität verhalfen. Ein Kongreß brachte vor allem asiatische Entwickler miteinander ins Gespräch, die sich zu Trendthemen wie Casual Games austauschten: Nachdem sich die Zielgruppe der Hardcore-Spieler kaum noch vergrößern läßt, buhlt die Industrie zunehmend um Gelegenheitsspieler, die kurzweilige, sofort zu erfassende Unterhaltung wie die “Moorhuhnjagd” bevorzugen. Und neben der Publikumshalle fand die GCA parallel als Fachmesse in ruhigerem Umfeld statt. Das nutzen unter anderem die Philippinen, aber auch Entwickler aus Hamburg für Gemeinschaftsstände. Carsten Fichtelmann, Geschäftsführer von Daedalic Entertainment, resümiert:
“Wir haben alle unsere Messeziele erreicht. Unsere Titel sind bei lokalen Medienvertretern und Distributoren sehr positiv aufgenommen worden. Für unser Abenteuerspiel A New Beginning hat sich gezeigt, daß die Bewältigung der globalen Klimakatastrophe ein großes Thema ist. Spiele, die den Schwerpunkt auf die Erzählung legen und komplett in 2D designed sind, haben auch in Südostasien eine große Zukunft.”
Vertriebspartner zu finden, ist dabei nur ein Anlaß für eine Messebeteiligung. Deutsche Spieleunternehmen sind auf der Suche nach Lizenzen asiatischer Spiele, um sie hier auf den Markt zu bringen. Und nach Zulieferern für eigene Entwicklungen. Aufwendige Graphikarbeiten lassen sich in China erheblich preiswerter umsetzen. Letztendlich hilft die GCA dabei, den asiatischen Herstellern Deutschland ins Bewußtsein zu bringen – und den Standort Leipzig für die deutsche Games Convention zu festigen.




